Alt und halb fertig. 

Hoi Volk!

Die folgenden Zeilen sind schon gut zwei Wochen alt. Ich hatte keine Lust mehr, sie zu vervollständigen. Darum poste ich es unvollendet zur bloßen Archivierung. Viel “Spaß” dabei:

“Hossa! Die letzten paar Tage waren gelinde gesagt etwas durchwachsen.
Gefüllt mit Enttäuschung, Begeisterung, Irritation, Ekel und kleinen Freuden. So ist wohl, was man Leben nennt.

Beginnen wir mit Ekel: Gestern morgen sah ich eine Hundescheiße. Natürlich gibt es keinerlei Bestätigung von öffentlicher Seite, dass und ob es sich tatsächlich um Hundekot handelte. Selbst das Königshaus hielt sich diesbezüglich bedeckt.
Ich gehe der Wahrscheinlichkeit halber einfach mal davon aus. Ich sah eine Hundescheiße, mitten auf dem Gehweg. Das ist ekelig, aber kaum erwähnenswert. So richtig zum Reißer wird der Haufen erst durch seine Besatzung. Ihr lest richtig. Der Kot war bemannt. Oder befraut. Je nach dem, wie Ihr es sehen wollt.
Wisst Ihr. die meisten Schnecken sind Hermaphroditen! Die Scheiße-Reiter-Nacktschnecken vermutlich ebenso. Lasst Euch das mal auf der Zunge zergehen! (Wortwahl nicht zufällig!) Vier Nacktschnecken reiten eine Scheiße.
Ich sag mal so: Exkremente an sich sind schon oll. Aber sowas…bricht den härtesten Geit. Hektisch ergriff ich die Flucht, ohne von der Nähe der folgenden Irritation zu wissen.

Mit dem Fahrrad zur Arbeit ist mittlerweile kein Problem mehr. An den ersten zwei Tagen stieg ich vor der ersten größeren Ampelkreuzung noch ab. Zu kompliziert schien das Ding im Land der Geisterfahrer. Zwei Wochen später ertappe ich mich dabei, meine Bestzeiten zwischen Büro und Wohnung unterbieten zu wollen. Natürlich wird stets ordnungsgemäß gefahren.
Natürlich! Rote Ampeln sind hier eher als netter Vorschlag gemeint. Selbst Fußgängermuttis zerren ihre Kinder zwischen den Lücken im Autokorso über die temporäre Verbotszone. Drauf Geschissen! Es sei denn, man steht mitten zwischen den Autos. So wie ich, mit meinem Rad. Man bremst, hält an und wartet. Die Jacke wird zurechtgezuppelt. Man schaut sich um. Und da isse! Die zweite Irritation des Tages.
Ein Leichenwagen mit großen, frisch geputzten Fensterscheiben. Drinnen ein Meer aus Blumen und eine zur Schau gestellte Holzkiste, vermutlich mit abgelaufenem Inhalt. Ich gehe davon aus, daß man sich auf dem Weg zur Beerdigung befand. 40cm entfernt von der Leiche! Und alles, was uns voneinander trennte, war der Sarg. Die Vorstellung jagte mir Gänsehaut den Rücken hinunter. Tut sie noch! Klar passiert einem das auch in Deutschland. Aber Leichenwagen sind dort doch eher geschlossener, oder? Oder?

Am Nachmittag fuhr ich lieber Bus. Nächste Irritation! Im Doppeldecker oben würde Spaß machen, dachte ich. Tat es sogar…irgendwie. Direkt vor mir saß ein Junge. Nicht älter als sieben oder acht Jahre. Er spielte Schießen mit seinen Zeigefingern. Erstaunlich, beeindruckend und derbe verstörend war dabei, wie gut er sich mit Waffengeräuschen und Typen auskannte. Ich meine, ich spiele Ego Shooter. Natürlich erkennt man da schnell, dass eine Schrotflinte andere Geräusche macht, als ein Sturmgewehr.
Der Bengel hatte den totalen Durchblick. Eine Salve aus seiner Maschinenpistole: “Brrrrrrrrt! Brrrrrrrrrt!” Nachladen:”Chick, chick.” Nächste Salve. Waffenwechsel. Diesmal normale Pistole. Schuss, Laden, Schuss, Laden. Mit den Fingern ahmte er den Rückstoß nach. Wieder beängstigend erfahren. Das ging so weiter mit diversen imaginären Knarren. Locker 10 Minuten schoss er aus seinem Frontsitz mit Fingern um sich. Stets auf Passanten auf den Bürgersteigen. Mich erschreckte das aufrichtig. Bin ja nicht kleinlich, aber ey! Sieben! Vielleicht ein winziges Bisschen älter. In seinem Alter sollte man kaum mehr als ein Pistolen-“Peng” kennen. Und was war mit der Mutter?! Die schaute zur anderen Seite raus. Egal, wenn der Sohnemann andere Menschen abknallt.
Ich maße mir nicht an, ihre Erziehung zu beurteilen. Am Ende isses nur ein Kinderspiel!. Aber irritiert war ich. Und etwas geschockt davon, wie sehr mich das störte.

Tjoar…zum Wochenende:
Ich war sehr traurig, als mein Schwester mich an diesem Wochenende nicht besuchen konnte. Morgens um 4 Uhr klingelte mein Telefon. Maxi wurde der Zutritt zum Flugzeug verwehrt, weil ihr vor zwei Jahren verschwundener, doch längst wieder aufgetauchter Ausweis bei der Polizei noch immer als gestohlen gemeldet galt. Ich habe meine Schwester schon einen Monat nicht mehr gesehen. Eine lange Zeit für uns. Entsprechend freute ich mich drauf, Ihr Brighton zu zeigen.

Ich vermisse es echt, Leute um mich zu haben, mit denen Entdeckungen geteilt werden können. Naja. So ging ich recht frustriert ins Wochenende. Ein riesiger Pott Eis half kaum. Das Konzert am Abend schon eher. Ich ging auf ‘ne CBGB Party mit Live-Kapelle.
Sleazy Garage Glam Rock. Wenig eigenes Material, dafür reichlich Cover von den Ramones, Blondie, Talking Heads und mehr. Hatte Spaß an der Performance. Sehr gute Bühnenshow. Den Disco-Part nach dem Konzert sparte ich mir. 22 Stunden auf den Füßen machten sich bemerkbar.”

Gib hier reichlich Senf dazu!

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