Persistent Pineapple 

Schaut sie Euch genau an. Diese Ananas liegt seit mindestens 10 Tagen völlig regungslos an exakt der selben Stelle. Als ich an meinem ersten Arbeitstag das Fahrrad auf den Hinterhof unseres Bürogebäudes schob, bemerkte ich sie zum ersten Mal. Etwas schüchtern sah sie aus. Vielleicht wollte sie auch einfach nur ihre Ruhe haben. Ich ließ sie gewähren, verabschiedete mich nickend und betrat MAG Interactive (die neue Firma.)

Seit diesem Montag verharrt die Anananas stoisch. Ich stelle mir vor, wie sie sich heimlich suhlt, wenn niemand schaut. Manchmal juckt ihr ein Körperteil. Sie ärgert sich, denn es fehlen die Hände zum Kratzen. Tag für Tag hält sie die Stellung. Ich grüße sie morgens und am Nachmittag vor dem Heimweg. Sie ist nicht nur die dienstälteste Ananas unserer Firma. Sie hat mehr Erfahrung mit meinen Kollegen.Morgen werde ich sie fragen, ob sie mein Mentor sein möchte. Man könnte auch mal zusammen ins Kino. Wenn sie mag. Und sich mal von der Arbeit losreißen kann.

Tja Leute, im Grunde wollte ich Euch nur von der Ananas erzählen und mal einen Blick auf die heiligen Hallen gewähren, in denen ich momentan eifrig an der Perfektionierung meines Hochstaplersyndroms zimmere. Wir sitzen im zweiten Stock. Die Möwe ist etwas launisch, arbeitet zum Glück jedoch nur drei Tage die Woche.

Ich komme heute irgendwie nicht von der Albernheit los. Sorry dafür. Am Vormittag durfte ich eine Game Developer Konferenz besuchen. Die fand nur 800 Meter vom Büro entfernt statt. So konnte man getrost zwei Vorträgen lauschen. Beide sehr sehenswert, inspirierend und teilweise deprimierend. So viel Großartigkeit da draußen. Das zieht einen etwas runter.

Gehoben wird die Laune heute allerdings durch eine eigentlich ziemlich dröge Geschichte. Ich erhielt vorhin per Mail die Bestätigung, dass mein englisches Bankkonto bewilligt ist. Endlich ein großer Schritt in Richtung Normalität. Konto bedeutet, Verträge abschließen können. Internet! Online-Versandhäuser, Konzertkarten. Und auch Cash gibt’s bald aus dem Automaten ohne Sorge um horende Gebühren. Fetzt das nicht? Das fetzt!

Internet wurde gleich beantragt. Der Installatorrero hat in genau zwei Wochen für mich Zeit. Ich zähle die Tage, bis ich endlich wieder Musik streamen und Serien futtern darf. Und Battlefield! Das Leben ohne Netz ist so schrecklich friedlich. Ich meine, seht es Euch an! Da geht man spazieren, hat zu viel Zeit, biegt falsch ab und landet mitten im Wald. Gibt es zum Glück auch wieder in England. Flugzeugträger und Uboote bauen sich so schlecht mit Holz. Da kann sich der Forst endlich Urlaub gönnen. (Seit wasweißichvievielen Jahrzehnten.)

So, fertig. Abwischen! Nacht!

Gib hier reichlich Senf dazu!

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