Kurzkritik: Everything Is Illuminated 

Everything Is Illuminted

Ist es möglich, diese tiefgründige Geschichte aus der Feder Jonathan Safran Foers in weniger als zwei Stunden würdig zu verfilmen? Die Erzählstruktur allein macht es schon schwierig. Der eigentlich sensible Stoff um die Suche nach den Wurzeln einer Familie und der eng damit verbundenen Judenverfolgung während des zweiten Weltkriegs tut sein Übriges.

Lief Schreiber (sonst eher als Schauspieler bekannt) muss in dieser seiner bisher einzigen Drehbuch- und Regiearbeit eine Herzensangelegenheit gesehen haben. Zwar kommt auch er nicht daran vorbei, die Romanvorlage für die Leinwand deutlich auszudünnen, doch selbst als Kenner des Buches hat man zu keiner Sekunde das Gefühl, dem Film würde etwas fehlen. Ganz im Gegenteil sogar: Die persönliche Note (mit z.B. Blick auf die westliche Ausrichtung der Ukraine) haucht dem Film erst Leben ein und bewahrt ihn vor dem Schicksal gescheiterter Romanverfilmungen.

Mit liebevoll umgesetzten Charakteren, wunderbaren teils skurrilen Bildern, reichlich Detailverliebtheit und der passenden musikalischen Begleitung offenbart das Team um Schreiber glaubhaft das universelle Lebensgefühl des jüdischen Volkes: Humor, Melancholie, Schwermut, Leichtigkeit.

“Everything Is Illuminated” ist kein großer Film. Er liefert keine gigantischen Bilder. Trotz der Gewichtung seiner Thematik hat er nichts Monumentales. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, ist den Beteiligten ein kleines Stück Kunst gelungen.

Gib hier reichlich Senf dazu!

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