Unterm Bart 

Glaubt man der höchst vertrauenswürdigen Quelle Internet, trägt Chuck Norris unter seinem Bart eine weitere Faust. Auch Männer wie Karl Marx schützten sicher Großes hinter dem mystischen Gesichtswall. Ich schreibe diese Zeilen, da ich im selben Zusammenhang einem bedeutenden Geheimnis auf die Schliche kommen konnte. Heute, am letzten Weihnachtsfeiertag des ersten Jahrzehnts eines neuen Jahrtausends, habe ich herausgefunden, was genau sich unter dem Rauschebart des Weihnachtsmannes verbirgt.

Die Wahrheit ist so enttäuschend, wie sie offensichtlich ist. Der Weihnachtsmann trägt ein Doppelkinn. Ein enormes zwar, doch unterm Strich ist es ein ganz gewöhnliches. Er braucht seinen Bart weder zum Fliegen noch zur Ausübung eines Weihnachtszaubers. Das Ding ließ er nur wuchern, um die Folgen seiner Völlerei zu überspielen. Als er vor Jahrhunderten den Dienst in der Beschenkungsbranche aufnahm, war er sportlich und schlank. Er benötigte weder Schlitten noch Zugtiere. Die Darstellung des Christkindes geht auf diese Zeit zurück. Weinachtsmann und Christkind sind eine Person!

Die Geschäfte liefen gut und zuckersüße Dankesgesten zufriedener Kunden häuften sich. Als Resultat der anhaltend ungesünderen Ernährung schwoll sein Leib an. Er wurde zunehmend fauler, beteiligte sich nicht länger an der Geschenkproduktion und nutzte schließlich sogar zum Geschenk-Transport modernste technische Errungenschaften wie Schlitten und domestiziertes Wild. Das Ende vom Lied kennt Ihr. Der Weihnachtsmann ist heute verflucht dick und vollbärtig. Manche Kulturen behaupten gar, er würde nicht seinen Sack, sondern das eigene speckige Kinn über den Schultern tragen.

Meiner Meinung nach nicht ganz abwegig. Immerhin befinde ich mich gerade auf dem selben Pfad. Seit Stunde Null verdaut mein Magen unterbrechungslos eine Futterwelle nach der anderen. Der Schönheit wegen lasse auch ich den Bart wachsen, während mein Kinn es ihm gleich tut. Ein Ende ist abzusehen, doch noch längst nicht greifbar. Vorerst folge ich dem Beispiel Weihnachtsmann. Um mich bis zum nächsten Weihnachtsfest wieder aufs Idealgewicht zu kotzen, bleibt immerhin ein ganzes Jahr.

Gib hier reichlich Senf dazu!

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