Glückwunsch, Negativsieg! 

Schlechte Eigenschaft einer eigentlich guten Übergangsjacke:
Ich merkte schon, dass da was nicht stimmt, als sich während der Fahrt ein überraschend feucht-warmes Klima unter der Jacke aufbaute. “Kein Grund zur Sorge!”, dachte ich mir noch. “Lass Dir Zeit! Eilig hast Du’s ja nicht.” 16 Kilometer später starre ich fassungslos auf mein Shirt. Es sieht aus, wie das Trikot eines weniger fülligen Reiner Calmund nach erfolgreichem Absolvieren des Iron-Man-Turniers. Dabei war ich nicht mal sonderlich schnell. So viel zum Thema “atmungsaktiv”.

Jetzt stellt sich mir allerdings die Frage, wie ich im aufkeimenden Herbst trocken durch meine täglichen 32 Kilometer kommen soll. Ohne Jacke? Zu kalt. Mit anständiger Sportbekleidung? Zu kostenintensiv. Mit Rucksack-Akku und Föhn? Könnte klappen. Die lästigen Verkehrsteilnehmer würden auch endlich mal Platz machen. Mich kotzen andere Radfahrer ohnehin an, mit ihrer ewigen Unberechenbarkeit. Da wird in der Mitte rumgetrudelt, nebeneinander gerollt oder plötzlich gehalten, um Nüsschen zu knabbern.

Radfahren soll gesund sein. Bei dem Maß an Frustrationspotential und Wutsteigerung wirkt der konstante Bluthochdruck jeder sportlichen Betätigung entgegen. Einziger Vorteil bleibt das Wegfallen der S-Bahn. Man erspart sich Warten, ansteckende Krankheiten und entzündliche Keime. Okay, man ist auf dem Rad einem höheren Risiko ausgesetzt, beim Verkehrsunfall zu explodieren. Aber wenigstens wird das im Gegensatz zum Bahnunglück nicht in den Nachrichten übertragen. Man mag gar nicht dran denken, einer der großen Sender würde meinen verkohlten Leichnam mit zerzauster Frisur, fettigen Haaren oder offenem Hosenstall zeigen. Dann doch lieber nasse T-Shirts!

Gib hier reichlich Senf dazu!

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